13.12.2018

Lichtdesign im Messebau - zwischen Schreibtisch und Traverse

mac die messeexperten


Für viele ist es nicht greifbar und eher eine Sinneserfahrung. Das Licht ist ohne Zweifel ein zentrales Element  im Messebau. Zunehmend in digitale Steuerungstechnik integriert, bleibt es im Kern analog; das Ein- und Ausschalten funktioniert häufig noch per Hand und die Installation sowieso. Im Messebau hat die audiovisuelle Umsetzung im Bereich der Licht- und Veranstaltungstechnik große Bedeutung.

 

Hallenumfeld und Material bestimmen Qualität der Beleuchtung

Lichttechniker und Monteure bewegen sich zwischen Schreibtisch und Traverse. Sind die Wünsche des Kunden klar, geht es für das Team bei mac los: Wie ist das Umfeld des Messestands beschaffen? Wer ist der Nachbar, wo ist der Stand in der Halle positioniert? Welche Laufrichtung nehmen die Besucher? Diese Fragen werden vom Projektmanagement beantwortet, auch die gewünschten standbaulichen Elemente spielen eine Rolle. Wie sollen sie von nah, wie von fern wirken? All das ist auch eine Frage der Qualität des Lichts.

Über dem Stand wird zunächst ein Traversensystem „geflogen.“ Trägt die Decke die hohe Lasten des Gesamtsystems aus Traversen/Aluminium-Fachwerkträgern, Beleuchtungs-, Medien- und Elektro-Technik? Ist der dynamische Faktor der Hebezeuge berücksichtigt?  Die Belastung kann zu kg-Werten im fünfstelligen Bereich führen. Ca. 5km Traversenstrecke befindet sich im Bestand von mac. Über das Jahr wird wesentlich mehr Strecke eingesetzt.  Stehen alle Standelemente und sind die Exponate aufgestellt, geht es ans Einleuchten. Doch bis dahin ist es ein weiter, manchmal nicht ganz leichter Weg.

Gobos, Moving-Lights oder Tageslicht – ein breites Spektrum

Denn das Schwierige am Licht ist gleichzeitig seine Stärke. Die emotionale Erwartungshaltung des Kunden in die gewünschte Lichtwirkung zu übersetzen – das ist eine Kunst und auch Erfahrungssache.

Kommen Moving-Lights, also kopfbewegte Leuchten, zum Einsatz? Projizieren Gobos Symbole an die Standwände wie einst Batmans Superhelden-Fledermauszeichen an den Himmel von Gotham City? Oder soll alles ganz natürlich wirken und das vorhandene oder künstlich geschaffene Tageslicht vorherrschen? Alles letztlich auch eine Frage des Budgets.  Eine aufwendige, atmosphärische Lichttechnik macht zwischen zehn und 25 Prozent des Gesamtauftragsvolumens aus. Rein funktional eingesetztes Licht nur etwa fünf Prozent, dafür wirkt es dann auch eher nüchtern. Je nach Anspruch und Wunsch des Kunden kann genau das aber auch ein Ziel sein!

Das verwendete Material wird überprüft und, sofern es in technisch einwandfreiem Zustand ist, von mac als so genanntes System-Material wiederverwendet. Generell sind alle Stände der mac Mietstände und somit wird auch das Material nur bei mac gemietet. Die Lagerung und Logistik übernimmt die Elektro-Werkstatt. In der Fertigung des Unternehmens findet sich alles; von der Bevorratung für Sonderbauten über Elektrosteckdosen bis zu bunten LED- Streifen oder Montagematerial. Übrigens, auch LED gehört mittlerweile zum Standard, und die Nachfrage nach dem letzten „Schrei“ der immer schneller werdenden und rasanter zunehmenden technologischen Entwicklungen, wie etwa OLED (organische Leuchtdioden) nimmt weiter zu. OLED sind kostengünstig und gleichzeitig sehr effizient. Auch ein  klimaneutraler Messestand wird mit diesen Leuchtmitteln möglich.

Partner in der Medientechnik

mac arbeitet mit Partnern der Medientechnik zusammen, die die Kompetenzen der Messebauer ergänzen. In Hochfrequenz-Zeiten werden zusätzliche Arbeiten für mac übernommen oder auch die gesamte professionelle, fachliche Ausführung von anspruchsvolleren Konzepten. In den vergangenen Jahren hat sich die Technisierung rasant verändert, die Auf- und Abbauzeiten der Messestände haben sich gleichzeitig verkürzt. Die Messestandarchitektur als bespielbares, interaktives Medium zu entdecken und mit Infos zu bespielen, zählt heute zu den „State-of-the-art“-Lösungen im Messebau.

Drei Fragen zum Lichtdesign im Messebau – drei Antworten von mac

1. Warum ist Licht so wichtig?

mac: Technisch gesehen macht Licht das Vorhandene für den Menschen überhaupt erst sinnlich erfahrbar. Erst durch Licht kann ich etwas sehen. Darüber hinaus beeinflusst die Beschaffenheit oder Güte der Beleuchtung und die Art, wie  etwas beleuchtet wird, das qualitative Erleben des Raums und somit auch die gesamte gefühlte Atmosphäre. Zielführende Lichtplanung ermöglicht also eine Inszenierung der (zumeist emotional) wahrgenommenen Realität. Außerdem sorgt Helligkeit für mehr Sicherheit, auch auf Messen.

2. Was genau machen „Lichtdesigner“ auf Messen?

 mac: Ein Großteil der Beleuchtung ist im übergeordneten Rig installiert. Die Montage erfolgt also als erstes. Im Rahmen eines Lichtplans werden Kundenwünsche ermittelt und die Position der Scheinwerfer festgelegt. Bei der Einrichtung des Licht-Settings werden die einzelnen Scheinwerfer dann fokussiert. Die vorhergehenden Installationsarbeiten übernehmen interdisziplinär zusammengesetzten Montage-Teams.

3. Wer hat beim Licht das letzte Wort, der Kunde oder der Messebauer?

mac: Licht zu inszenieren ist eine Frage des Könnens und Vertrauens. Vertraut uns der Kunde, kommen ganz wunderbare Inszenierungen zustande. Generell ist das „Gewerk Licht“ nicht so greifbar, im Messebau genauso wie in den meisten anderen Branchen. Deshalb ist oft eine Menge „Übersetzungsarbeit“ nötig, um die Wünsche des Kunden nach einer bestimmten Wirkung in einen Erfolg für alle Beteiligten umzuwandeln.

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