01.10.2018

mac stellt Weichen im Museum der Deutschen Bahn

mac regional und weltweit


Für das Deutsche Bahn-Museum in Nürnberg realisierte mac die Architektur für den neuen Ausstellungsbereich zur Geschichte der Eisenbahn im geteilten Deutschland. 

„Im Deutschland der zwei Bahnen“ heißt die seit Sommer 2018 laufende Dauerausstellung im Deutschen Bahn-Museum, in der auf über 660 Quadratmetern Objekte und Dokumente die bewegte Geschichte der Eisenbahn im geteilten Deutschland erzählen. Im Juni feierte die Ausstellung, es ist die bundesweit größte Schau zur deutsch-deutschen Verkehrsgeschichte,  ihre Eröffnung – und mac war mittendrin!

Für mac bestand die Herausforderung darin, vom Großen ins Kleine zu denken und „zunächst einmal die detail- und umfangreichen Design-Pläne des Architekturbüros Kwod Design aus Hamburg zu verstehen“, blickt Projektleiterin Ildiko Szabo auf die vergangenen Monate zurück. Eine knifflige Aufgabe auch für die Projekttechnik, die Produktion so zu planen und baulich umzusetzen, dass alles rechtzeitig fertig wurde. „Die Podeste mussten exakt in den schräg verlaufenden Bodenbelag des Ausstellungsbereichs eingepasst werden.“ Weitere Knackpunkte: Lange Vitrinen und Podeste mit viel Glas, die jederzeit zugänglich sein müssen, um Reinigungs- und Wartungsarbeiten durchführen zu können. Die Schau zur Bahngeschichte im geteilten Deutschland stellte für alle – das Museumsteam, die Designer von Kwod und die Ausstellungsbauer – eine besondere Herausforderung dar. Vor allem die Abstimmung zwischen den Beteiligten erwies sich als hochkomplexe Aufgabe“, stellte Projektleiter Rainer Mertens fest.

Klar, dass im Museumsbetrieb auch mal selbst Hand angelegt und schadhafte Stellen in Eigenregie ausgebessert werden müssen – weshalb die Ausstellungsbauten nach einer Grundierung nicht mit der Düse lackiert, sondern mehrfach händisch gerollt wurden. Viele der Podeste sind zwei- bis vierfarbig. „Dies alles geschah in 10 Tagen vor Ort, wir haben ein regionales Malerunternehmen mit dem Farb-Rollen beauftragt“, erläutert Ildiko Szabo ein Detail der Arbeiten. Über 800 Planungs- und Zeichnungsstunden kamen zusammen.
Für mac war das Ausstellungsprojekt eine willkommene Abwechslung. „Das DB-Museum ist ein tolles Haus und so ein Projekt auch mal etwas anderes für den Messebauer oder die Messebauerin“, so Szabo. Wer die Ausstellung besucht, geht durch eine kurvige Landschaft mit transparenten Bauelementen, die kaum rechte Winkel aufweisen und damit ein völlig neues Raumgefühl schaffen. Schätze, die bisher in Depots oder in Archiven schlummerten, kommen hier zur Geltung.

Moderne Audio- und Videotechnik machen das historische Geschehen – dargestellt wird der Zeitraum vom Ende des Zweiten Weltkriegs bis zum Mauerfall - hautnah erlebbar, so etwa am Anfang der Ausstellung, wo eine ganze Trümmerlandschaft in den Raum projiziert wird. An mehreren Medienstationen berichten Zeitzeugen über ihre Erlebnisse als Zugsekretärin oder Lokführer. Auch legten die Ausstellungsmacher viel Wert auf Interaktivität: So können die Besucher bei einem Videospiel erraten, ob die gezeigten Speisen im Speisewagen der Reichsbahn oder der Bundesbahn serviert wurden oder ihre Reaktionsfähigkeit an einem Testgerät für Bundesbahn-Beamten messen.

Auch die dunkle Seite der Eisenbahngeschichte wird buchstäblich beleuchtet: So erfahren die Besucher, wie zögerlich sich etwa die Entnazifizierung bei der Bahn in beiden Teilen Deutschlands vollzog oder wie die DDR-Reichsbahn Häftlinge - unter denen auch politische Gefangene waren - als Zwangsarbeiter einsetzte. Eine derartige Themenvielfalt lässt sich kaum in anderen Bahnmuseen rund um den Globus finden, bei deren Ausstellungen sich zumeist alles um Lokomotiven und Wagen dreht.

Copyrights Fotos: Ausstellung DBM © Uwe Niklas; mac messe und ausstellungscenter Service GmbH