01.10.2018

Messelogistik bei mac: Frauenpower in einer Männerdomäne

mac die messeexperten



Lagerung und Kommissionierung, Transport, Materialverpackung oder Qualitätscheck und Entsorgung: Logistik im Messebau hat viele Facetten. Melanie Hagedorn (47) hält bei mac die Fäden in der Hand. Als Hauptabteilungsleiterin Logistik managt die gebürtige Bremerin alle Prozesse entlang der Supply Chain und steht als Frau in einer Männerdomäne ganz selbstverständlich ihren Mann. Wie sie ihren Job sieht, wo sie sich durchsetzt und welches Entwicklungspotential sie bei mac in der Logistik sieht, darüber mehr in diesem Interview. 

Frau Hagedorn, was ist das Schwierige an der Messelogistik?

„Die Volatilität der Branche erfordert ein hohes Maß an Flexibilität und damit Prozesse, die auf die Kapazitäten entlang der kompletten Supply Chain ausgelegt sind. Aufgrund des Messegutes gibt es so gut wie keine Standardverpackungseinheiten.

Was passiert vor, während und nach der Messe?

Schon mit der Produktion eines Messestands beginnt der innerbetriebliche Transport. Die Standbauteile werden teilweise eingelagert, kommissioniert, verpackt und verladen. Während der Messe kann etwas beschädigt werden, dann muss schnell Ersatz produziert und geliefert werden. Nach der Messe ist das Retourenmanagement eine große Herausforderung. Mit dem Abbau der Stände, Verpackung, Verladung und dem Transport an einen unserer  Lagerstandorte ist es noch nicht getan. Es folgen die Sortierung der Rückläufe, der Qualitätscheck, eine mögliche Aufarbeitung und die Einlagerung für den nächsten Einsatz. Der Fokus zielt auf das Zusammenspiel der Abteilungen Lager, Transport mit der Produktion, Montage und Vertrieb.

Wie gehen Sie mit den Herausforderungen in der Messelogistik um? Es ist ja alles eine Frage des exakten Timings…

So neu ist das nicht. Sehr speziell sind die immer kürzer werdenden Slots für den Auf- und Abbau, die eine noch feinere Abstimmung zwischen den Abteilungen nötig machen. Fahrermangel und Laderaumknappheit werden uns weiterhin begleiten. Die Sprachbarriere beim Fahrpersonal muss durch kreative Lösungen wett gemacht werden. Je schneller sich ein Fahrer auf einem Messegelände orientieren kann, desto reibungsloser läuft der Auf- und Abbau. Aktuell haben wir auf den großen Messen Logistiker aus Langenlonsheim im Einsatz um die LKW für den Auf- und Abbau vor Ort zu koordinieren.

"Da Frauen anders führen als Männer, glaube ich fest daran, dass alle in meinem Umfeld davon profitieren, eine weibliche Vorgesetzte zu haben."

Ist es schwierig, sich als Frau in einer klassischen Männerdomäne wie der Logistik durchzusetzen?

Seit Beginn meiner beruflichen Laufbahn bewege ich mich in dieser Männerdomäne und natürlich bringt man einer Frau erst einmal Skepsis entgegen. Ich habe nach meiner Ausbildung zur Speditionskauffrau Transportwesen studiert und bereits damals zeichnete sich ab, dass der Frauenanteil in der Branche nicht besonders hoch sein wird.
Seine Kompetenz muss man unter Beweis stellen, das ist klar und das müssen Männer auch, aber man sticht als Frau natürlich immer etwas mehr heraus und steht mehr unter Beobachtung. Da Frauen anders führen als Männer, glaube ich fest daran, dass alle in meinem Umfeld davon profitieren, eine weibliche Vorgesetzte zu haben.

Sie stehen seit 20 Jahren im Beruf. Worin liegt das Potential für mac in der Logistik?

Überrascht hat mich die rasante Digitalisierung innerhalb der Lagerlogistik. Vieles in der Lagerhalle funktioniert nur noch via Computer und der Lieferschein ist meistens das letzte analoge Element. Sehr beeindruckend ist, was alles systemisch möglich ist. Für mac lohnt sich meines Erachtens der Blick auf Digitalisierungsprozesse. Dadurch gewinnen wir mehr Ressourcen, können Kernprozesse entlang der Supply Chain standardisieren und den Ablauf durch intelligentes Schnittstellenmanagement optimieren. mac stellt hierfür die Weichen, indem das Unternehmen Fachkräfte selbst heranzieht. Es gibt bereits eine hohe Ausbildungsquote sowie Weiterbildung zum Meister.

Was würden Sie in der Logistik-Branche gern ändern?

Ich wünsche mir, dass sich das Image der Logistik weiter verbessert und noch mehr der Mehrwert und nicht nur die Kosten gesehen werden.

Zur Person:

Melanie Hagedorn, Jahrgang 1971, absolvierte nach der Berufsausbildung zur Speditionskauffrau ein Studium im Transportwesen. 1998 zog sie beruflich ins Rhein-Main-Gebiet, seit 2014 lebt sie mit Ihrer Familie im rheinhessischen Nierstein.  Ihre Karriere begann sie als Disponentin und dann als stellvertretende Niederlassungsleiterin bei einem Logistik-Unternehmen in Rüsselsheim, wechselte dann nach Kirchheimbolanden und Lorsch als Niederlassungsleiterin für einen Kunden der Automobilzuliefererindustrie und danach für das Warenverteilzentrum eines BIO-Lebensmittelhändlers. Zuletzt war sie als Betriebsstättenleiterin in der Logistik für Frisörbedarf, Schuhzubehör und Kosmetikartikel tätig. Seit 1. Juli leitet sie die Hauptabteilung Logistik bei mac.